Wie du deine Pflanzen richtig gießt? Dein Gieß 1x1.

Da seid ihr nun, du und deine Pflanze. Sie sah so süß aus, so schön, so einzigartig – du musstest sie einfach haben. Dabei weißt du eigentlich gar nicht, wie du sie gießen musst? Keine Sorge, in unserem Pflanzikon oder auf unserem Blog findest du wertvolle Informationen, die dir bei der Pflanzenpflege helfen werden. Gemeinsam schaffen wir es, dass dein Pflänzchen wächst und gedeiht – und ihr beide glücklich seid. Unsere Tipps und Tricks helfen dir, deine Pflanze zu verstehen und optimal zu versorgen.

Die wichtigsten Punkte zusammengefasst:

🍃   Weniger ist mehr. (Du meinst es gut, wir wissen es, aber: vertrau uns.)
🍃   Staunässe ist dein Feind. Aber auch er kann bekämpft werden.
🍃   Der Standort & die Größe deiner Pflanze haben Einfluss auf ihren Durst.
🍃   Arm vor reich! Lieber kalkarmes Wasser wie z.B. Regenwasser verwenden.
🍃   Du willst vom Amateur zum Profi aufsteigen? Dann finde alles über die Herkunft deiner Pflanze heraus – mach dich mit ihr vertraut. (Psst! Viel hilfreiches Wissen findest du in unserem Pflanzikon.)

WIE OFT SOLL ICH GIESSEN: JEDEN TAG, JEDE WOCHE ODER NUR EINMAL IM MONAT?

Es gibt leider keine universelle Regel, wie oft Zimmerpflanzen gegossen werden sollen. Jede Pflanze, wie auch jeder Mensch, ist individuell. Jedoch leiden die meisten Pflanzen mehr unter zu viel als unter zu wenig Wasser, deswegen: Lieber etwas seltener gießen als zu häufig. Sukkulenten zum Beispiel sind in Wüsten und Steppen beheimatet. Um dort gedeihen zu können, haben sie gelernt, Wasser zu speichern und können deswegen längere Trockenperioden gut überstehen. Gießt du Sukkulenten zu häufig, werden ihre Wurzeln faulig. Hingegen tropische Palmen möchten regelmäßig gegossen werden. Natürlich, in den Tropen regnet es ja auch beinahe jeden Tag. Du solltest solche Pflanzen also auch bei dir zuhause nicht austrocknen lassen. Doch Achtung: Auch sie reagieren empfindlich auf Staunässe.

Oh, oh. Ich habe meine Pflanze übergossen: Staunässe

Dein Pflänzchen ist dein kleiner Schatz? Das freut uns. Am liebsten würdest du es mit deiner Zuneigung überschütten und als Liebesbeweis gießt du sie dann eben. Du meinst es ganz bestimmt gut, aber zu häufiges oder zu großzügiges Gießen kann großen Schaden anrichten. Befindet sich zu viel Wasser in der Erde deiner Zimmerpflanze, staut es sich regelrecht, dann haben die Wurzeln deiner Pflanze keine Chance mehr, zu ausreichend Sauerstoff zu gelangen. Auch ist es durch Staunässe sehr schwierig für deine Pflanze, sich mit Nährstoffen zu versorgen. Somit kann es zu Wurzelfäule kommen: Diese erkennst du daran, dass die Wurzeln oder Wurzelspitzen schwarz oder dunkelgrau werden. Ebenfalls können die Blätter durch Staunässe abfallen, da sie nicht mehr versorgt werden können.

Aber keine Sorge, auch Staunässe kann bekämpft bzw. vorgebeugt werden.

Folgende Situationen können Anzeichen für Staunässe sein: Die Erde sieht ganz dunkel aus und fühlt sich noch immer klitschnass an, obwohl das Gießen schon länger zurückliegt. Der Topf lässt sich schwerer heben als gewöhnlich, was zu 99% nicht daran liegt, dass du schon länger keinen Sport mehr betrieben hast – deine Pflanze urteilt nicht über dich. Wenn du den Untertopf hebst, tropft direkt Wasser heraus. Oder du gießt deine Pflanze und das Wasser fließt nicht ab, sondern bleibt an der Oberfläche stehen. Abgesehen vom Substrat kannst du auch an den Blättern erkennen, ob dein grüner Mitbewohner an Staunässe leidet: Sie sind dann oftmals gelblich oder beginnen zu verwelken oder sich zu kräuseln. Leider ist das sehr ähnlich zu den Anzeichen einer zu trockenen Pflanze. Normalerweise solltest du dann aber direkt an der Erde feststellen können, ob deine Pflanze zu viel oder zu wenig Wasser bekommt.

Deine Analyse hat ergeben, dass du es mit Staunässe zu tun hast? Dann lass uns handeln! Das überflüssige Wasser solltest du sofort ausleeren, damit deine Pflanze nicht im Wasser steht und die Wurzeln keinen Schaden nehmen. Warte, bis die Erde wieder angetrocknet ist, bevor du deine Pflanze wieder vorsichtig gießt. Beobachte dein Sorgenkind sorgfältig, um zu sehen, ob es sich erholt. Trocknet die Erde nicht, fließt das Wasser nach dem Gießen nicht ordentlich ab oder bilden sich immer mehr gelbliche Blätter? Dann solltest du die Erde tauschen. Wirf dabei auch einen Blick auf die Wurzeln. Wenn diese bereits vollständig schwarz oder dunkelgrau sind, ist sehr wahrscheinlich jede Hilfe zu spät. Wenn nur Teile der Wurzeln dunkel verfärbt und damit faulig sind, dann schneide diese Teile am besten großzügig (mit sterilem Werkzeug) ab. Anschließend kannst du sie wieder eintopfen. Achte darauf, frische und durchlässige Erde zu verwenden und wähle diesmal einen Topf mit Drainageloch bzw. stell sicher, dass zwischen Untertopf und Übertopf ein wenig Luft bleibt. Fertig und fachgerecht umgetopft? Jetzt kannst du deine Pflanze vorsichtig gießen.

Und für die Zukunft: Überschüssiges Wasser im Untersetzer oder Übertopf regelmäßig entleeren. Warte dafür nach dem Gießen einen Moment und beobachte, wie viel Wasser die Pflanze wieder abgibt. Wenn du von unten gießt, also Wasser durch den Untersetzer zuführst, achte ebenfalls darauf, dass du das überschüssige Wasser, das deine Pflanze nicht aufnimmt, wieder entfernst.

WIE GIESSE ICH NUN RICHTIG?

Tipp 1: Je größer deine Pflanze und ihr Topf, desto mehr Wasser braucht sie. Kleine Daumenregel: Ca. ein Viertel des Topfvolumens darf an Wasser gegossen werden. Und wie vorhin schon gelernt: Einen Augenblick abwarten und überschüssiges Wasser entleeren.

Tipp 2: Bekommt deine Pflanze viel Licht, verdunstet mehr Flüssigkeit und sie freut sich über regelmäßige Wasserzufuhr.

Tipp 3: In den warmen Monaten aber auch bei trockener Heizungsluft im Winter benötigt deine Pflanze erfahrungsgemäß mehr Wasser als in kühleren Perioden oder in einem eher feuchten Raum, zB im Badezimmer.

Tipp 4: Voller Körpereinsatz! Teste mit deinen Fingern, ob die Erde noch feucht ist. Stecke dafür einen Finger 1-3 cm tief in die Erde. Wenn beim Herausnehmen feuchte Erde kleben bleibt, kannst du noch 1-3 Tage warten, bis du deine Pflanze wieder mit Wasser versorgst. Teste davor aber nochmals die Erde. Bröckelt die Erde hingegen trocken von deinem Finger ab, dann solltest du deine Pflanze gießen. Größere Pflanzen speichern das Wasser weiter unten, wo deine Finger es nicht erreichen. Du kannst jedoch stattdessen den Topf heben (und dich somit sportlich betätigen). Ist er verhältnismäßig leicht, dann ist die Erde wahrscheinlich trocken und du darfst gießen. Fühlt sich der Topf hingegen eher schwer an, dann warte lieber noch ein paar Tage. Falls dir das zu ungenau ist, kannst du auch in einen Feuchtigkeitsmesser investieren.

Tipp 5: Imitiere die Natur. Werden Pflanzen im Freien nur durch Regenwasser versorgt, trocknet die Erde häufig an, bevor die Pflanze im nächsten Regenguss wieder gewässert wird. Auch du darfst die Erde antrocknen lassen, bevor du deine Pflanze wieder gießt.

Tipp 6: Wenn du einen guten, gleichbleibenden Rhythmus für dich und deine Pflanze entdeckst, erhöht das auch die Wahrscheinlichkeit auf Blüten. Und selbst wenn dein grüner Mitbewohner keine Blüten ausbilden kann, wirkt sich die optimale Routine positiv auf die Blätterpracht aus.

UND ZU WELCHER TAGESZEIT SOLL ICH AM BESTEN GIESSEN?

Auch hier eine ganz logische Erklärung: Am besten ist es in der Früh oder zu Mittag. Vermeide es, deine Schützlinge am Abend zu gießen, da die Erde durch die kühleren Temperaturen und das geringe Licht länger feucht bleibt und somit Wurzelfäule begünstigt wird.

UND … MIT WELCHEM WASSER?

Generell gilt: Kalkarmes Wasser ist etwas besser für deine Pflanzen als stark kalkhaltiges Wasser. Kalk setzt sich nämlich in der Erde fest, was über längere Zeit zu Verstopfungen führen kann. Je weniger Kalk im Wasser, desto weniger besteht also die Gefahr, dass sich die Erde verstopft. Davon abhängig, wo du zu Hause bist, kann das Wasser aus deiner Leitung sehr kalkhaltig sein oder eher weniger. Regenwasser ist hingegen immer kalkarm und deswegen besonders gut geeignet für deine Pflanzen. Es regnet nur leider nicht immer genau dann, wenn wir es brauchen, weswegen man Regenwasser sammeln und aufheben müsste. Das ist dir zu mühsam? Verständlich. Du kannst stattdessen auf folgende Alternativen zurückgreifen:

💦 Gieße mit Leitungswasser, aber topfe deine Pflanzen jedes Jahr einmal um: So stellst du sicher, dass der Kalk entfernt wird und dein Pflänzchen atmen kann.
💦 Um dein Leitungswasser etwas kalkarmer zu machen, kannst du es ein paar Tage stehen lassen und erst dann verwenden - das macht das Wasser weicher.
💦 Du kannst Leitungswasser abkochen, filtern (mit einem manuellen Filter oder einem Filtergerät) oder auch mit destilliertem Wasser vermengen.

Außerdem mag es dein Schützling, wenn das Wasser nicht eiskalt oder zu warm ist. Achte auf eine angenehme, eher lauwarme Temperatur.

ZUSAMMENGEFASST GILT FÜR DICH:

Deine Pflanze braucht Wasser zum Gedeihen, aber gieße sie lieber etwas sparsamer als zu überschwänglich. Befreie sie nach dem Gießen gegebenenfalls von überschüssigem Wasser. Die Größe deiner Pflanze, ihr Standort und die Jahreszeit haben Einfluss auf ihren Durst, was du beim Gießen berücksichtigen solltest. Überprüfe immer zuerst, ob deine Pflanze schon Wasser braucht, bevor du sie gießt. Versuche ein Gespür für dein Pflänzchen zu entwickeln.

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