Pflanzenpflege leicht gemacht: Leitfaden für frisch gebackene Pflanzeneltern

Du bist neu in deiner Rolle als Pflanzenbesitzer:in? Vielleicht auch gar nicht mehr ganz so neu, aber deine Pflänzchen verwelken viel öfter, als dir lieb ist? Gefühlt musst du auf 100 Dinge gleichzeitig achten und jeder, mit dem du sprichst, weiß noch einen weiteren hilfreichen Tipp zur Pflanzenpflege. Dabei möchtest du viel lieber erst einmal die Basics verstehen und richtig anwenden können, denn die vielen Pro-Tipps überfordern dich nur. Du wünschst dir eine einfache Anleitung, die dir erklärt, was bei der Pflanzenpflege wirklich wichtig ist. Wir haben dir dafür einen Leitfaden zusammengestellt, der dich unterstützen soll, während du die wunderbare Welt der Pflanzen für dich entdeckst.

Die wichtigsten Punkte zusammengefasst:

1.   Finde den richtigen Standort für deine Pflanze.
2.   Achte darauf, deine Pflanze erst zu gießen, wenn sie durstig ist. Zu viel Wasser schadet ihr.
3.   Eine gute Drainage beugt Staunässe vor.
4.   Die meisten Zimmerpflanzen freuen sich im Frühling und im Sommer über Dünger.
5.   Damit deine Pflanze ungestört Photosynthese betreiben kann, solltest du ihre Blätter regelmäßig abstauben.
6.   Welke Blätter kannst du entfernen, die Pflanze braucht sie nicht mehr.
7.   Trauermücken sind eine lästige Plage, die wir aber mit unterschiedlichsten Hausmitteln bekämpfen können. Wir sind klüger als sie!
8.   Hab‘ Geduld und gib nicht auf – selbst wenn eine Pflanze eingeht, bedeutet das nicht, dass du es nicht draufhast. Das ist der Kreislauf des Lebens. Probier‘ es weiter, du kannst aus jedem Fehler etwas lernen.

Wie wähle ich den optimalen Standort?

Falsches Vorgehen: Du kaufst eine Pflanze, die du schön findest, und stellst sie dann an einen Platz, den du mit ihr verschönern willst, ohne auf die Bedürfnisse der Pflanze zu achten.

Richtiges Vorgehen: Du kaufst eine Pflanze, die dir gefällt, und suchst ihr dann in deinem Zuhause ein Plätzchen, an dem sie sich wohlfühlt. Oder: Du wählst vor dem Pflanzenkauf einen Platz aus, den du grüner gestalten möchtest, und besorgst dementsprechend eine Pflanze, die sich dort gut entwickeln kann. Die Lichtbedingungen, die deine Pflanze in ihrer natürlichen Umgebung vorfindet, solltest du ihr auch in deinem Zuhause bieten. Kakteen gedeihen zum Beispiel besonders gut in der prallen Sonne, während beispielsweise die Alocasia ‘Black Velvet’ oder die Epipremnum pinnatum ‘Pearls & Jade’ auch für den Schatten geeignet ist. Die meisten Pflanzen bevorzugen einen hellen Standort ohne direkte Sonneneinstrahlung, da ihre Blätter – wie wir auch – einen Sonnenbrand bekommen können. Um herauszufinden, was deine Pflanze mag, solltest du auf dem Schildchen nachsehen, das bei einer frisch gekauften Pflanze im Topf steckt. Warst du besonders schlau und hast ein Plantista Pflänzchen erstanden, dann kannst du einfach auf dem Steckbrief nachlesen, den wir dir mit deiner Bestellung mitschicken – oder du siehst in unserem Pflanzikon nach.

Hast du dann den optimalen Standort gefunden, solltest du deine Pflanze nicht mehr umstellen. Sie gewöhnt sich an ihre Umgebung und würde ihr Wohlfühl-Fleckchen vermissen. Du darfst sie allerdings regelmäßig drehen, da Pflanzen zum Licht wachsen. Durch das Drehen gewährleistet du, dass sie gleichmäßig wächst.

Wann und wie oft soll ich meine Pflanze gießen?

Neben den richtigen Lichtverhältnissen ist die richtige Wasserzufuhr ausschlaggebend für eine gesunde Pflanze. Helikoptereltern übertreiben es gerne mal und überwässern die Pflanze, während Rabeneltern dazu neigen, ihren grünen Schützling zu vergessen. Beides nicht gut. Am besten lässt du dich von deinem Kalender ungefähr wöchentlich daran erinnern (im Sommer auch gerne öfter), dass du nach deinen Pflanzen sehen solltest. Die Gießerinnerung darfst du allerdings nicht mit einem Gießbefehl gleichsetzen! Überprüfe vorher, ob die Erde bereits getrocknet ist. Dafür kannst du deinen Finger 1-3 cm in die Erde stecken oder ein Holzstäbchen in die Erde tauchen und es einige Sekunden in der Erde lassen, damit es eventuell Feuchtigkeit ansaugen kann. Wenn die Erde auch unter der Oberfläche trocken wirkt, darfst du gießen. Am besten gibst du deiner Pflanze so viel Wasser, dass unten wieder ein paar Tropfen herausfließen – so weißt du, dass auch die Wurzeln ganz am Boden Flüssigkeit erhalten haben. Für ausführlichere Tipps lies gerne unseren Artikel Wie du deine Pflanze richtig gießt? Dein Gieß 1x1.

Was bedeutet Drainage und wieso ist sie notwendig?

Das Wörterbuch erklärt Drainage als „System zur Entwässerung des Bodens“ – und das ist für Topfpflanzen unheimlich wichtig. Überschüssiges Gießwasser kann nicht wie im Freien tiefer in die Erde absickern, da Zimmerpflanzen durch ihren Topf begrenzt sind. Sammelt sich infolgedessen zu viel Wasser am Topfboden, kann Staunässe entstehen, was früher oder später dazu führt, dass deine Pflanze stirbt, weil die Wurzeln faulig werden. Um dem entgegenzuwirken, braucht dein Untertopf an der tiefsten Stelle Drainagelöcher, durch die Wasser entweichen kann. Möchtest du deine Pflanze direkt in einen Topf pflanzen, dann verwende unbedingt eine Variante mit Drainageloch und Untersetzer - unsere Plantista Theodor- und Miguel-Töpfe eignen sich dafür wunderbar. Nach dem Gießen kannst du das Wasser, das sich im Übertopf oder im Untersetzer sammelt, einfach ausleeren. So bist du der Staunässe einen Schritt voraus!

Muss man düngen? Und wenn ja, wie oft?

Du musst natürlich gar nichts. Aber Pflanzendünger wird auch Pflanzennahrung genannt und wir wissen, dass du deine Pflanzen nicht verhungern lassen willst. Während in der Natur unzählig viele Mikroorganismen und Tierchen in der Erde unterwegs sind, die u.a. für einen nährstoffreichen Boden sorgen, haben Zimmerpflanzen nur begrenzt Erde in ihrem Topf. Irgendwann sind die Nährstoffe in der Erde aufgebraucht und somit auch die Nahrung für deine Zimmerpflanze. Da wir definitiv keine Tierchen in unserem Zuhause wollen, nicht mal, wenn sie unseren Pflanzen Gutes täten, solltest du deine Schützlinge ihren Bedürfnissen entsprechend düngen. So können sie auch in deinem Zuhause ohne den natürlichen Nährstoffkreislauf prachtvoll wachsen. Generell gilt: In den Frühlings- und Sommermonaten befindet sich deine Pflanze gewöhnlich in der Wachstumsphase, in der sie zusätzliche Nährstoffe begrüßt, während in den kühleren Monaten die Ruhephase einsetzt, in der sie keinen Dünger braucht. Wenn du dir nicht sicher bist, wie viel Dünger deine Pflanze haben möchte, dann gibt ihr lieber etwas weniger – zu viel kann ihr schaden.

Die Blätter abstauben? Wieso?

Aus dem Biologie-Unterricht weißt du wahrscheinlich noch, dass Pflanzen Photosynthese betreiben. Dabei produzieren sie Sauerstoff, den sie an die Umwelt abgeben, und Nahrung, die sie selbst zum Wachsen brauchen. Das dafür benötigte Wasser nehmen sie über die Wurzeln auf, das Licht und das Kohlenstoffdioxid absorbieren sie hingegen über ihre Blätter. Um sie bei diesem Vorgang, den wir ja sehr zu schätzen wissen, nicht zu behindern, dürfen die Blätter nicht mit einer Staubschicht bedeckt sein. Überprüfe deswegen regelmäßig, ob die Blätter deiner Pflanze sauber sind. Wenn nicht, schnapp dir einen feuchten Lappen, gib dem Blatt Halt, indem du deine Hand unter es legst, und wisch den Schmutz vorsichtig ab. Das Bonding wirkt sich ganz bestimmt positiv auf eure Beziehung aus :)

Wohin mit den welken Blättern?

Liegen abgestoßene Blätter auf der Erde, kannst du sie problemlos einsammeln und wegwerfen. Lässt du sie liegen, riskierst du, Insekten anzulocken. Gänzlich gelbe oder braune Blätter, die deine Pflanze noch nicht abgeworfen hat, darfst du abschneiden. Sie entziehen deinem Baby lediglich Energie, die woanders gebraucht werden kann. Braune Spitzen darfst du auch abschneiden, wenn du möchtest. Allerdings solltest du darauf achten, einen kleinen braunen Streifen zurückzulassen. Schneidest du die Spitze zu hoch ab, wo das Blatt noch gesund ist, stresst das dein Pflänzchen und es muss Energie in die Wundheilung investieren, statt in Wachstum.

Woher kommen nur all diese Mücken?!

Ganz ehrlich, keine Ahnung, wie sie es jedes Mal schaffen, sich einzunisten. Einmal kurz nicht aufgepasst und schon sind sie da. Es sind lästige Biester, die ihre Larven bevorzugt in feuchte Blumenerde ablegen. Um die Plage zu bekämpfen, kannst du…

🍃 Quarzsand auf der Erdoberfläche verteilen.
🍃 Gelbtafeln in der Nähe der befallenen Pflanze aufstellen.
🍃 Streichhölzer mit dem Kopf nach unten in die Erde stecken.
🍃 Ceylon-Zimt bzw. Echten Zimt auf die Erdoberfläche streuen.

Das sind nur ein paar von vielen Methoden. Diese kleinen Insekten sollten sich nicht mit dir anlegen, denn du hast uns auf deiner Seite und dadurch eindrucksvolles Wissen zur Pflanzenpflege zur Verfügung, um sie dauerhaft loszuwerden.

Bleib geduldig, auch wenn es schwer ist.

Deine Pflanze wird dich hin und wieder ratlos zurücklassen und wenn es dazu kommt, heißen wir dich wieder auf unserem Blog willkommen und beantworten dir mit Freude die ein oder andere Frage. Du kannst dich auch gerne mit einer E-Mail an info@plantista.at an uns wenden, dort haben wir immer ein offenes Ohr für dich. Viel öfter, als es dir Kummer bereitet, wird dir dein Pflänzchen aber Momente der Freude schenken. Bleib geduldig mit deiner Pflanze und mit dir. Sie ist jetzt dein Baby und wie menschliche Babys kann sie nicht sprechen, aber ich bin mir sicher, ihr findet einen Weg, um zu kommunizieren.

Zusammengefasst gilt für dich:

Die richtige Menge an Licht und Wasser ist wichtig für die Gesundheit und das Wachstum deiner Pflanze. Lass deinen Schützling nicht unter Staunässe leiden, kümmere dich um eine Drainage. Verwöhn deine Pflanze mit Dünger und mit kleinen Streicheleinheiten, bei denen du den Staub von ihren Blättern entfernst. Welke Blätter darfst du entfernen und sei Trauermücken gegenüber unnachgiebig. Und last, but not least: Deine Pflanze ist ein Lebewesen, keine Maschine. Sie ist einzigartig, braucht Liebe und Fürsorge, fordert deine Geduld und dankt es dir mit ihrer Schönheit.

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